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Die Wehr > Geschichte
Aus unserer Geschichte.
Der Spritzenmeisterposten wurde am 16. Mai 1925 Johann Kilb weiter übertragen; zu 25 Mark jährlich.13 Eine neue ausziehbare 8 Meter lange Brandleiter wurde am 22. September 1930 mit allen Stimmen bei der Firma Kurte in Stuttgart geordert.14
Am 16. November 1938 wurde der Ankauf einer Motorspritze und die Anlage einer Wasserzisterne bis zu einer Rücksprache des Bürgermeisters mit dem Landrat zurückgestellt.15
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Nauort wurde, ein gutes halbes Jahr vor dem Zweiten Weltkrieg, am 28. Januar 1939 gegründet. Von nunan bestand keine Pflichtfeuerwehr mehr.
Das Westerwälder Volksblatt berichtete ganz im Stil des "Dritten Reiches" über die Gründung: "Endlich hat auch unser Dorf eine Freiwillige Feuerwehr. Damit ist eine Forderung, die besonders hinsichtlich der Größe unseres Dorfes dringlich war, Tatsache geworden. Auf den ersten Hieb erklärten rund 20 Männer ihren Beitritt zur Mitwirkung im Dienste der Gemeinschaft. Mit der Führung der Wehr wurde der Mitbürger Nilges beauftragt. Nilges befindet sich zur Zeit in Kassel zur Teilnahme an einem Führerkurs. Nach seiner Rückkehr wird dann das in Kassel erworbene Wissen und Können in der Ausbildung der Feuerwehrmänner Bewertung finden."16
Ihre Einsatzfähigkeit konnte die junge Wehr beim Brand der Scheune von Amalia Klein erstmals unter Beweis stellen. 1939 wurde ebenfalls eine Motorspritze angeschafft, die alte Handdruckspritze wurde jedoch weiterhin beibehalten. Die Leitung der Feuerwehr übernahm Peter Paul Nilges.
Von den rund 20 Männern, die bei der Gründung der Wehr ihren Beitritt erklärt hatten, wurden in den Kriegsjahren etliche eingezogen, womit ihre Anzahl schrumpfte. In dieser Zeit wurde die Feuerwehr kurzfristig von einigen Frauen aufrechterhalten, welche unter anderem auch 1941 bei einem Großbrand in Sessenbach mithalfen.
Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Wilhelm Herkenroth für drei Jahre die Wehrleitung, bis er 1948 von Johann Schmitz abgelöst wurde. Am 23. September 1955 wurde Josef Kleudgen mit allen Stimmen zum neuen Brandmeister gewählt; bei einer jährlichen Entschädigung von 120 DM.17 1955 besuchte er in Kirchheimbonlanden die Feuerwehrschule, in der er die Kurse für Wehrführer und Brandmeister absolvierte.
Aus den 30er oder 40er Jahren ist ein Vorentwurf für ein Feuerlöschgerätehaus überliefert. Dieses Haus wurde
von Peter Paul Nilges, Maurermeister und Brandmeister, gezeichnet und sollte am Weiherplatz errichtet werden. Es wurde aber nie gebaut.
Die Freiwillige Feuerwehr Nauort übernahm das alte Spritzenhaus, bis zwischen 1956 und 1957 eine neue Feuerwehrhalle gebaut wurde. Vor 1957 hatte man schon öfter den Antrag zum Bau einer neuen Halle beantragt, dieser wurde aber immer wieder zurückgestellt. Das Feuerwehrhaus stand in der Marienstraße und verfügte über eine Fahrzeughalle und einen Mannschaftsraum. Die Einrichtungsgegenstände wurden am 11. Juli 1957 angeschafft. Es waren 4 Tische, 32 Stühle und ein Trockenschrank für den Mannschaftsraum.18 Da diese Halle jedoch nicht beheizbar war, wurde das Tanklöschfahrzeug in den 70er Jahren zu einer monatlichen Rate von 50 DM in der Rheinstraße bei Vinzenz Winnen untergestellt. Im Nauorter Ortsplan von 1976 sind an der Ecke Ringstraße und dem Weg nach Sessenbach ein Gemeinde- und ein Feuerwehrhaus eingezeichnet. Diese beiden Häuser wurden jedoch nicht gebaut. Ab 1979 diente auch die Halle von Werner Günster im Heidewegzur Unterbringung der Löschfahrzeuge. 1983 bezog die Feuerwehr ihr noch jetziges Quartier unter dem Bürgerhaus der Gemeinde neben dem Hallenbad. Es ist mit drei Fahrzeugplätzen ausgestattet, einem Mannschaftsraum, Bad und WC und einer kleinen Küche.
Anfangs verwendete die Freiwillige Feuerwehr die alten Löschgeräte der ehemaligen Pflichtfeuerwehr, wie z.B. die Feuerspritze, die zum Löschen am nötigsten gebraucht wurde. So wurde am 24. Juni 1949 das Feuerlöschgerät in Ordnung gebracht und am 16. Dezember 1949 wurden ein neues Fahrgestell und neue Arbeitsanzüge beschafft."
Da das Schlauchmaterial verbessert werden mußte, wurden 20 Meter B- und 30 Meter C-Schläuche am 9. Juni 1950 sowie 40 Meter B- und 40 Meter C-Schläuche am 10. April 1951 gekauft.20 Neue Uniformen gab es am 30. Oktober 1951.2I
Die alte Feuerspritze wurde in den 60er Jahren an einen Lumpenhändler verkauft. Da die alte Motorspritze Schwierigkeiten beim Anspringen hatte, wurde vom Schmiede-meister Vinzenz Winnen in den Jahren ein Bosch-Zünder eingebaut. Vom 24. Juli 1956 an tat eine Motorspritze ihren Dienst, die 3.600 DM kostete, wobei 1.800 DM vom Kreis erstattet wurden. Bereits ein Jahr zuvor hatte ein erstes Tragkraftspritzenfahrzeug (VW-Bulli) angeschafft, welches bis zu seiner Verschrottung 1973 seinen Dienst tat.
Da die Sicherheit der Feuerwehrmänner immer in Gefahr war, wurden am 1. Juni 1967 alle 25 aktiven Wehrleute bei einer Zusatzversicherung angemeldet.22 Im gleichen Jahr löste Helmut Wirth, Josef Kleudgen als Wehrführer ab.
Die ursprünglich als Ortswehr geführte Einheit wurde nach der Gründung der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach 1971 zum Stützpunkt aufgewertet und ihren Aufgaben entsprechend ausgerüstet. So wurde am 19. Juni 1973 die Anschaffung eines neuen VW-Feuerlöschfahrzeuges TSF zum Einschieben einer TS 8 mit einer 50%igen Bezuschussung genehmigt.23 Im Dezember des gleichen Jahres konnte das Fahrzeug beim Feuerlöschgerätehersteller Ziegler in der Stadt Giengen von Willi Frank und Günther Schmitz abgeholt werden. Über den Kauf eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges wurde erstmals am 3. Oktober 1973 diskutiert. Der Ankauf eines TLF 16, welches die Feuerwehr Ransbach für 15.000 DM anbot, wurde am 7. November 1973 beschlossen. Das 1958 gebaute Fahrzeug wurde, da es nicht in der ungeheizten Feuerwehrhalle in der Marienstraße untergestellt werden konnte, bei Vinzenz Winnen in der Rheinstraße abgestellt; der Mietpreis betrug 50 DM monatlich.
Am 7. November 1973 wurde auch die persönliche Schutzausrüstung auf Anregung des Ratsmitgliedes Britscho mit Leder- und Asbesthandschuhen verbessert.24 1984 konnte ein zweites gebrauchtes Tanklöschfahrzeug (Baujahr 1960) von der Feuerwehr Ransbach-Baumbach übernommen werden. Das erste TLF 16 wurde an die Feuerwehr Weitersburg weitergegeben, die es bis heute erhalten hat. Für kurze Zeit übernahm Hugo Herkenroth seit 1980 kommissarisch die Wehrleitung, denn durch einen tragischen Verkehrsunfall innerhalb der Feuerwehr konnte Willi Frank, der ab 1975 Wehrführer gewesen war, seinen Posten nicht mehr ausüben. Nur für kurze Zeit (1981-1983) konnte auch Rolf Neiß die Wehrführung übernehmen, da er später andere Aufgaben erfüllen mußte.
Durch ständige Aus- und Weiterbildung ist die Wehr zum Katastrophenschutzzug herangereift. In seinem Zuständigkeitsbereich liegen Nauort, Caan, Wirscheid, Sessenbach und Aisbach.
Der 25. Mai 1990 war ein großer Tag für die Nauorter Feuerwehr, denn das mittlerweile 30 Jahre alte TLF 16 wurde durch ein neues Löschgruppenfahrzeug ersetzt. Dieses Fahrzeug ist mit 800 Liter Wasservorrat, eingebauter Pumpe, umfangreicher Schutzausrüstung und Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung ausgerüstet. Pfarrer Damrau segnete das Fahrzeug, und die Feuerwehr veranstaltete am Sonntag, dem 26. Juni 1990, einen "Tag der offenen Tür", an dem das neue Auto der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das alte TLF 16 wurde an die Feuerwehr in Pleurtuit, der französischen Partnerstadt von Ransbach-Baumbach, abgegeben. Am 27. August 1998 wurde der Nauorter Wehr ein Mehrzweckfahrzeug, welches eigens für den Nauorter Einsatzbereich konzipiert wurde, übergeben. Durch diese Neuanschaffung konnte das alte Tragkraftspritzenfahrzeug von 1973 abgesetzt werden. Geplant ist die Anschaffung eines TLF 16/25.
Heutiger Wehrführer ist Horst-Jürgen Freisberg. Dieser löste Eberhard Freisberg, welcher seit 1983 die Nauorter Feuerwehr geleitet hatte, ab, da er im Oktober 1999 zum stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach ernannt wurde. Neben regelmäßigen Übungen veranstaltet die Feuerwehr jedes Jahr das Traditionelle Eintopfessen am 1. Mai an der Nauorter Grillhütte. Außerdem nimmt sie mit einem eigenen Wagen am Fastnachtszug teil, regelt den Verkehr beim Fastnachts- und Martinszug, hütet das alljährliche Martinsfeuer und beteiligt sich an der Nauorter Kirmes.
Die Jugendfeuerwehr heißt "Nauorter Höhe" und umfaßt etwa 20 Jugendliche, die aus Nauort, Sessenbach, Aisbach, Wirscheid und Caan kommen. Sie treffen sich regelmäßig zu praktischen Übungen und zum theoretischen Unterricht. Jugendfeuerwehrwart ist Ralf Otto aus Nauort, der von vielen Feuerwehrleuten bei der Jugendarbeit unterstützt wird. Armin Weber ist Vorsitzender des in den 80er Jahren gegründeten "Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Nauort e.V", in dem sich heute 68 inaktive sowie 34 aktive Mitglieder zur Unterstützung und Erleichterung des Vereinsleben und der Einsätze zusammenfinden.